Das Landesbibliothekszentrum / Rheinische Landesbibliothek in Koblenz widmet anlässlich des 250. Geburtstages von Joseph Görres, der am 25. Januar 1776 in Koblenz geboren wurde, eine Sonderausstellung diesem berühmten Sohn der Stadt. Die Ausstellung beschäftigt sich mit den vielen Facetten seiner Persönlichkeit. In seinem Leben spiegeln sich die Umbrüche und Herausforderungen seiner Zeit wider, die eine Zeit des Wandels und der Unsicherheit war – von den napoleonischen Kriegen und der politischen Neuordnung Europas bis zu den liberalen, bürgerlich-demokratischen Bestrebungen, die in die Revolution von 1848 mündeten.
Anhand von Briefen, Lebensdokumenten, Erstausgaben seiner Werke und Bildmaterial macht die Ausstellung, an der das Landeshautparchiv, das Mittelrhein-Museum, das Stadtarchiv und die StadtBibliothek Koblenz als Kooperationspartner beteiligt sind, diese Vielseitigkeit von Joseph Görres anschaulich.
Die Ausstellung wird am Montag, den 26. Januar 2026 um 19:00 Uhr mit einem Vortrag der Görres-Forscherin und Herausgeberin seiner Briefe, Frau Dr. Monika Fink-Lang, zum Thema „Der junge Görres – ein Porträt im Licht der Briefe“ eröffnet.
Zum Flyer der Ausstellung kommen Sie hier.
Zum Hintergrund - Joseph Görres:
Der in Koblenz geborene Joseph Görres (1776–1848) war ein vielseitiger Denker, Universalgelehrter, Publizist und Schriftsteller, dessen Wirken weit über die Grenzen seiner Zeit hinausreicht. In jungen Jahren unterstützte er die Französische Revolution und machte sich für einen Anschluss der linksrheinischen Gebiete an Frankreich stark. Er arbeitete als Gymnasial- und Hochschullehrer für Naturwissenschaften, Philosophie und Literatur und beschäftigte sich wissenschaftlich mit den unterschiedlichsten Themen verschiedener Fachgebiete wie Orientalistik, Musikwissenschaft, Geschichts- und Naturphilosophie, Volkskunde u.a.. Als Herausgeber der Zeitung „Rheinischer Merkur“ (1814-1816) wurde er einer der einflussreichsten Publizisten seiner Zeit. Für seine politischen Ideale von nationaler Einheit, Verfassung und Freiheit ging er ins Exil. In seinen späteren Jahren wandte er sich dem Katholizismus und spirituellen Themen zu und gilt aufgrund seiner Schrift „Athanasius“ (1838) als der Begründer des politischen Katholizismus.

