Zu einer Gemeinschaftsveranstaltung mit der Goethe-Gesellschaft Bonn lädt die Görres-Gesellschaft am Donnerstag, dem 15. April 2027 um 18:00 Uhr in die Stiftung Pfennigsdorf, Poppelsdorfer Allee 108, Bonn, ein. Referent des Abends wird der Görres-Biograph Prof. Dr. Patrick Peters sein, der unter dem Titel „Eine Natur, die man nicht aus dem Gesicht lassen muß.“ ein Lebensbild von Joseph Görres entwerfen wird.
Hintergrund:
Goethe nannte ihn einen „sehr guten Kopf“ und eine Natur, „die man nicht aus dem Gesicht lassen muß“; Napoleon soll ihn als „fünfte Macht“ gefürchtet haben; für den jungen Eichendorff war er ein „einsiedlerischer Zauberer“. Joseph Görres (1776 bis 1848) war Revolutionsenthusiast und Revolutionskritiker, Naturphilosoph und Heidelberger Romantiker, Gründer und Herausgeber des „Rheinischen Merkur“, politischer Flüchtling und schließlich der wirkmächtigste katholische Publizist seiner Zeit. Der Vortrag zeichnet dieses Leben in fünf Stationen nach – von Koblenz über Paris, Heidelberg und Straßburg bis München – und zeigt, dass Görres zwar mehrfach die Lager wechselte, seine Leitfrage aber nie aus dem Blick verlor: Was vermag das freie Wort gegen die jeweilige Macht? So wird ein Zeitgenosse Goethes sichtbar, der nicht den Weg zum Weimarer Musenhof und zur Autonomie der Kunst wählte, sondern den der öffentlichen Intervention. Wer Görres trifft, begegnet immer auch den Anfängen einer modernen politischen Öffentlichkeit in Deutschland – und einem Publizisten, der sein Eingreifen im Laufe seines Lebens immer stärker an ein unverhandelbares christliches Welt- und Menschenbild band.

