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24.07.26

Theologin Eva Maria Hille gewinnt Wissenschaftspreis "Naturwissenschaft und Theologie"

Eva Maria Hille (copyright: Hannah Bleher)

Alexandra Kaiser-Duliba

Lukas Golla

Die evangelische Theologin Dr. Eva Maria Hille von der Universität Bonn ist die Gewinnerin des Wissenschaftspreises zum Dialog von "Naturwissenschaft und Theologie". Der Wettbewerb wurde vom Interdisziplinären Institut der Görres-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Stiftung Apfelbaum, Köln, am 1. Februar dieses Jahres zum dritten Mal ausgeschrieben (hier). 

Frau Dr. Hille promovierte mit der Arbeit “Unbiased AI? Ein vulnerabilitätssensibler, machtkritischer und gerechtigkeitsorientierter Ansatz für den Gesundheitsbereich” an der Universität Bonn und reichte diese Arbeit für den Wettbewerb ein. Sie ist Postdoktorandin am Lehrstuhl für (Sozial-) Ethik und assoziierte Wissenschaftlerin im SFB 1483 EmpkinS, Universität Bonn. Zur Begründung der Auszeichnung erklärte die Jury, die aus den Mitgliedern des Direktoriums des Interdisziplinären Instituts besteht: “Frau Dr. Hille hat mit dieser Promotionsarbeit die Jury völlig überzeugt. Eines der größten Probleme im Umgang mit Künstlicher Intelligenz ist es, dass die Verzerrungen (Bias) (entstanden auf verschiedene Art und Weise) von den User:innen nicht als solche erkannt werden. Frau Hille präsentiert einen vulnerabilitätssensiblen, machtkritischen und gerechtigkeitsorientierten Ansatz und dies vor allem bezogen auf den Gesundheitsbereich. Die auch technisch sehr kundige Arbeit bleibt aber nicht bei der Problemstellung stehen, sondern formuliert Implikationen für eine Governance-Struktur. Der theologisch-ethische Zugriff über Vulnerabilität ist hier wegweisend und stellt schlussendlich Fragen der strukturellen Gerechtigkeit.” 

Den zweiten Preis im Wettbewerb erhält die in Luzern forschende und lehrende Theologin Dr. Alexandra Kaiser-Duliba, mit ihrer am Lehrstuhl für Moraltheologie der Katholischen Universität Eichstätt verfassten Promotionsarbeit “Personalisiert. Entpersonalisiert. Ethische Beurteilung des Einsatzes von Robotik und Künstlicher Intelligenz in der Pflege anhand des Personkonzepts von Paul Ricœur" (hier bestellbar). Die Jury merkt hierzu an: “Auch im Bereich von KI und Robotik bewegt sich die zweite prämierte Arbeit, aber im spezielleren Feld der Robotik in der Pflege. Wie schon der Titel andeutet, beschäftigt sie sich mit dem Personbegriff und beruft sich hierbei auf Arbeiten von Paul Ricoeur. Ricœurs Personkonzept dient dabei als Leitbild des personengerechten Einsatzes von datenbasierten Systemen und Robotik und liefert somit eine wegweisende Promotion in diesem Bereich.” 

Dritter im Wettbwerb wurde Dr. Lukas Golla mit seiner Promotionsarbeit "Personale Sexualpädagogik in der Jugendpastoral. Konturen einer interdisziplinär verantworteten Konzeption" (hier bestellbar). Hierzu merkt die Jury an: “Die Differenz zwischen humanwissenschaftlichen Erkenntnissen und theologisch-pastoralen Schritten wird herausgearbeitet in dieser Arbeit, die an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen im Seminar für Religionspädagogik, Katechetik und Didaktik entstanden ist.” 

Die Preise sind mit jeweils 1.000, 600 und 400 Euro dotiert. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der öffentlichen Veranstaltung anlässlich der 70. Tagung des Interdisziplinären Instituts der Görres-Gesellschaft, die am 16. September 2026 um 19:30 Uhr in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie in Berlin durchgeführt wird. An diesem Abend findet danach eine öffentliche Podiumsdiskussion unter dem Titel „Nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden“  – Wie gehen wir als Gesellschaft und als Einzelne mit der steigenden Gefahr eines Krieges um?“ statt. 

Eingebettet ist diese Veranstaltung in die Tagung des Interdisziplinären Instituts der Görres-Gesellschaft, die vom 16. bis zum 18. September 2026 unter dem Thema "Der Mensch im Krieg" steht. Weitere Details zur Tagung finden Sie hier

 

Zum Hintergrund des Preises: 
Seit 2024 vergibt das Interdisziplinäre Institut der Görres-Gesellschaft jährlich einen Preis für herausragende, aktuelle wissenschaftliche Publikationen (Habilitationen, Dissertationen, Masterarbeiten oder größere Aufsätze), die sich mit Grenzfragen von Naturwissenschaft / Medizin und Theologie befassen und den interdisziplinären Dialog zwischen diesen Disziplinen fördern. Der Preis ist mit insgesamt 2.000 Euro dotiert. Er zielt darauf ab, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihrer Karriere zu unterstützen. Die vierte Ausschreibung des Preises wird im Februar 2027 erfolgen, die Modalitäten folgen jenen der diesjährigen Ausschreibung, die Sie hier finden

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