Die Gesellschaft

Nachrichten der Görres-Gesellschaft

02.09.26

Steigende Vorfreude auf die 128. Görres-Jahrestagung in Koblenz

Universität Koblenz

Die Vorfreude auf die 128. Jahrestagung in Koblenz, die vom 25. bis zum 27. September stattfinden wird, steigt. Unter dem Rahmenthema „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ werden mehr als 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tagen, eingeladen dazu sind auch die universitäre wie auch städtische Öffentlichkeit. Bei der Jahrestagung sind Gäste hoch willkommen, der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung ist jedoch erwünscht (hier). Das detaillierte Programm finden Sie hier

Den Auftakt bildet am Freitag, 25. September ab 18:00 Uhr, eine Veranstaltung mit dem Tübinger Kommunikationsforscher Prof. Dr. Olaf Kramer, zum Thema „Expertise unter Attacke? Wissenschaft zwischen Polarisierung und Depolarisierung“.

Am Freitag sowie am Samstag tagen in 16 parallelen Sitzungen die wissenschaftlichen Fachbereiche der Gesellschaft, die sich im Wesentlichen mit dem zentralen Thema der Tagung „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ befassen. Dabei werden mehr als 80 Vorträge von national wie international tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gehalten. 

Abgeschlossen wird die Tagung mit dem Festakt am Sonntag, dem 27. September, im Görressaal in Koblenz, den die Görres-Gesellschaft zusammen mit der Stadt Koblenz ausrichtet. Erwartet wird u.a. der Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder. Im Rahmen des Festaktes wird der renommierte Wissenschaftsjournalist Prof. Dr. Harald Lesch zum Thema „Sind wir dabei den Verstand zu verlieren? Vom Kampf an der Front gegen Unsinn, Irrsinn, Wahnsinn und andere Erscheinungen der Diktatur des Digitalen“ sprechen. Dem Festakt vorausgehen wird ein Gottesdienst mit Bischof Dr. Stephan Ackermann in der Liebfrauenkirche. 

Die Jahrestagung bildet zugleich den Höhepunkt des Jubiläumsjahres der Görres-Gesellschaft: Am 25. Januar 1776 wurde in Koblenz ihr Namenspatron Joseph Görres geboren, die Gesellschaft selbst wurde 100 Jahre später eben dort gegründet - für die Görres-Gesellschaft zwei bestechende Gründe, nach Koblenz für ihre Jahrestagung zurückzukehren. 

Der Präsident der Görres-Gesellschaft, Professor Dr. Bernd Engler, sagte hierzu: „Mit dem Thema „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ stellt sich die Görres-Gesellschaft in die Tradition ihres Namenspatrons Joseph Görres, der mit seiner Person für die Begeisterung an der Wissenschaft steht und in seiner Zeit wesentliche Impulse in vielen Disziplinen gesetzt hat, von den Geisteswissenschaften bis hin zu Naturwissenschaft und Medizin. Als herausragender Publizist war es ihm ein Bedürfnis, seine Erkenntnisse in die Gesellschaft zu tragen. Gleichzeitig war Görres ein engagierter Katholik, dessen Erbe wir verpflichtet sind, wenn wir uns als „Impulsgeber für gesellschaftliche Debatten in christlichem Wertehorizont“ begreifen.“ Mit Blick auf die heutigen Herausforderungen für Wissenschaft und Gesellschaft betont Prof. Engler: „In unserer Zeit ist es notwendig, Erkenntnisse aus der Wissenschaft in die Gesellschaft zu tragen. Den gewaltigen Herausforderungen, vor die wir gestellt sind, werden wir nur im Zusammenspiel von Wissenschaft und Öffentlichkeit begegnen können. Ich wünsche unserer Tagung, dass sie dazu einen Beitrag leistet.“ 

Einige Beispiele aus dem Tagungsprogramm illustrieren dieses Anliegen: Die philosophische Sektion befasst sich mit „Populismus und Lügen“ und denkt über die „Grenzen der Aufklärung“ nach. In der Pädagogik findet u.a. eine Paneldiskussion zum Thema „Erziehungswissenschaft und ihre öffentliche Aufgabe“ statt. Die Geschichtswissenschaften beschäftigen sich mit Joseph Görres und seinem zeitgeschichtlichen Wirken. Einen besonderen Höhepunkt setzt die Sektion für Kunstgeschichte, die die frühere Kölner Dombaumeisterin Prof. Dr. Barbara Schock-Werner zu einem Vortrag über „Joseph Görres, der Kölner Dom und die deutsche Nation“ eingeladen hat. Bei den Philologen gewährt u.a. die Redakteurin Petra Kammann einen Blick hinter die Kulissen des Buchmarktes mit ihrem Vortrag „Literatur und Öffentlichkeit – Möglichkeiten der Vermittlung“. Bei den Religionswissenschaften dürfte schließlich der Vortrag zum Thema „Die Wahrnehmung der Kirche im Schatten ihrer Missbrauchskultur“ für erhebliches Interesse sorgen. Erstmals seit einigen Jahren tagt auch wieder die Sektion für Natur- und Technikwissenschaften, u.a. zu Themen wie Klimawandel und -leugnung sowie Grüner Gentechnologie. In der Sektion für Medizin wird es u.a. um moderne Kommunikationsformen im Vortrag „Von der Studie zum Social Feed – Medizinische Kommunikation heute“ gehen. 

Ganz besonderes Augenmerk gilt den zahlreichen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern, die zur Tagung erwartet werden. Das eigens für diese Gruppe ins Leben gerufene „Junge Forum der Görres-Gesellschaft“ bietet die Möglichkeit, sich zu vernetzen und eigene Akzente zu setzen. 

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