Mit einem großartigen Festakt beging der Katholische Leseverein Koblenz den 250. Geburtstag von Joseph Görres am 25. Januar 2026. Anlässlich der Veranstaltung wurde nicht nur Görres‘ gedacht, sondern auch die Preise „Das Goldene Deutsche Eck 2026“ an Peter Maffay für sein Lebenswerk, den Schauspieler Julius Weckauf und den Koblenzer Sparkassenpräsidenten Matthias Nester verliehen. Die Moderation des Nachmittags lag bei der bekannten TV-Journalistin Bettina Böttinger und beim Sitzungspräsidenten der Lese, Felix Leßmeister. Der SWR berichtete in Bild und Ton hier.
Die Görres-Gesellschaft beging am 25. Januar ein „Doppeljubiläum“: den 250. Geburtstag von Joseph Görres und ihren 150. Gründungstag. Lesen Sie ein aus diesem Anlass geführtes Interview mit Görres-Präsident Prof. Dr. Bernd Engler, veröffentlicht auf katholisch.de (hier). Auch der öffentliche Rundunk berichtete breit - am Freitag, dem 16. Januar 2026, wurde in der Sendereihe "Tag für Tag" des Deutschlandfunks ein Feature zu Joseph Görres und der Görres-Gesellschaft ausgestrahlt. Die Sendung können Sie hier abrufen. Am 25. Januar widmete der Deutschlandfunk dem 250. Geburtstag von Joseph Görres sein “Kalenderblatt” (abrufbar hier).
Besonders eindrucksvoll war die Ehrung des erfolgreichsten deutschen Rockmusikers, Peter Maffay, der in seiner Dankesrede erzählte, dass er vor 60 Jahren erstmals Koblenz und das Deutsche Eck besuchte. Der Schulchor des Görres-Gymnasiums überraschte ihn und die Anwesenden mit einem Auftritt, in dem sie zwei seiner bekanntesten Lieder sangen, “Über Sieben Brücken musst du gehen“ sowie „Ich wollte nie erwachsen sein“. Maffay stimmte spontan ein und bescherte den Anwesenden einen „Gänsehaut-Moment“.
Weitere Höhepunkte des Nachmittags, an dem teilzunehmen sich der Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, nicht nehmen ließ, waren weitere Ehrungen und musikalische Darbietungen. Auch das karnevalistische Element durfte dabei nicht fehlen.
Doch auch des Jubilares selbst, Joseph Görres, wurde gedacht. Prof. Dr. Patrick Peters, der im vergangenen Jahr eine neue Görres-Biographie „Mit spitzer Feder für die Freiheit“ (hier) vorgelegt hat, entwarf für die mehr als 200 Zuhörerinnen und Zuhörer ein Lebensbild Görres‘ (Rede hier abrufbar). Görres-Generalsekretär Dr. Martin Barth betonte in seiner Ansprache (hier abrufbar), dass die Görres-Gesellschaft sich in der Tradition Görres‘ sieht und seine Kernideen - Freiheit, Europa und Christlicher Wertehorizont - in ihrer Programmatik umsetzt. Dr. Barth lud die Anwesenden zur Teilnahme an der 127. Jahrestagung der Görres-Gesellschaft in Koblenz ein, die vom 25. Bis zum 27. September 2026 stattfinden wird und die unter dem Rahmenthema „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ steht.
Dem Festakt vorausgegangen war ein Pontifikalamt, gefeiert von Bischof Dr. Stephan Ackermann, im der Basilika St. Kilian. In seiner Predigt betonte Bischof Ackermann die Bedeutung Joseph Görres‘ als eines streitbaren Katholiken, der zu Beginn seines Lebens mit Kirche und Glauben haderte, danach zu einem streitbaren Katholiken und dem Begründer des politischen Katholizismus wurde.
Wissenschaftliche Tagung zum jungen Görres
Dem Festakt am Sonntag schloss sich am Montag, dem 26. Januar und Dienstag, dem 27. Januar, eine interdisziplinäre wissenschaftliche Tagung an, die der Vizepräsident der Görres-Gesellschaft, Prof. Dr. Georg Braungart vom Deutschen Seminar der Universität Tübingen, das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz, Koblenz, und die Görres-Gesellschaft gemeinsam veranstalteten. Die Fritz-Thyssen-Stiftung stellte dankenswerterweise die Mittel für diese Tagung zur Verfügung. Titel der Tagung war “Literatur, Rhetorik, Ästhetik – Der frühe Joseph Görres bis zur Heidelberger Zeit”. Den Flyer zur Tagung mit dem Ablaufplan finden Sie hier.
Die Vorträge gliederten sich in drei Themenkomplexe, die unterschiedliche Aspekte von Joseph Görres’ Frühwerk beleuchteten:
I. Der frühe Görres als politischer Autor, Aktivist und Publizist
II. Neue Blicke auf den Romantiker Görres
III. Neue Aspekte von Görres’ geistes- und naturwissenschaftlichen Texten
Am Montag Abend wurde darüber hinaus eine Görres-Ausstellung mit dem Titel "Was ich war, war ich immer mit ganzer Seele" im Landesbibliothekszentrum eröffnet. Anhand von Briefen, Lebensdokumenten, Erstausgaben seiner Werke und Bildmaterial macht die Ausstellung die Vielseitigkeit Joseph Görres' anschaulich. Bemerkenswert war, dass das Mittelrhein-Museum an diesem Abend das berühmte Settegast-Gemälde von Joseph Görres zur Ausstellungseröffnung mitbrachte und ausstellte.
Die Ausstellung wurde mit einem Vortrag der Görres-Forscherin und Herausgeberin seiner Briefe, Frau Dr. Monika Fink-Lang, zum Thema „Der junge Görres – ein Porträt im Licht der Briefe“ eröffnet. Den Vortrag können Sie hier abrufen.
Zum Flyer der Ausstellung kommen Sie hier.

