Die Gesellschaft

Nachrichten der Görres-Gesellschaft

20.05.21

Medizinethikerin Christiane Woopen: "Es geht nicht um „Impfneid“, sondern um Gerechtigkeit!“

Frau Prof. Dr. Christiane Woopen

Diplom-Pädagogin Johanna Wilmes

Prof. Dr. Dr. Jochen Sautermeister

„Es geht nicht um „Impfneid“, sondern um Gerechtigkeit!“ Mit diesen Worten rief die Medizinethikerin Frau Prof. Dr. Christane Woopen anlässlich des 6. Görres-Webinars dazu auf, die Diskussion um die Verteilung der Impfstoffe zu versachlichen. Angesichts knapper Ressourcen müssten die Impfstoffe nach Kriterien der Gerechtigkeit verteilt werden. Neben medizinischen und epidemiologischen Kriterien sollten demnach viel stärker soziale Kriterien berücksichtigt werden. Professorin Woopen schlug dafür ein 4-Säulen-Modell vor, in dem sie auch für die junge Generation Impfstoffe reserviert sehen möchte. Denkbar seien Impfmobile zum Beispiel für Schulen oder Universitäten.

Das 6. Görres-Webinar fand unter dem Titel „Denken wir an die Jungen!?“ am Donnerstag, dem 20. Mai 2021 statt. Neben Frau Prof. Dr. Woopen, Vorsitzendes des Europäischen Ethikrates, diskutierte Prof. Dr. Dr. Jochen Sautermeister, Dekan der Theologischen Fakultät der Universität Bonn, die Befunde einer Studie der Bertelsmann-Stiftung, die von Frau Johanna Wilmes, Diplom-Pädagogin vom Institut für Sozialpädagogik und Familienforschung der Goethe Universität Frankfurt, mit erarbeitet und vorgestellt wurde. Den Foliensatz zur Studie können Sie hier abrufen

Ein essentielles Ergebnis der Bertelsmann-Studie bestand darin, dass junge Menschen beklagen, von der Politik zu wenig gehört zu werden und auf sie keinen Einfluss ausüben zu können. Der Görres-Gesellschaft kam es deshalb darauf an, an diesem Abend junge Menschen mit ihren Erfahrungen, Erwartungen und Forderungen zu Wort kommen zu lassen.

Nach Ansicht der mehr als 90 Diskutanten kommt es nach Abflauen der Pandemie darauf an, ein „Aufholprogramm“ für junge Menschen zu starten, das ihre Persönlichkeitsentfaltung fördert. Gerade im Jugendalter sei die Selbstentfaltung essentiell und genau diese geht in der Corona-Pandemie für Viele verloren. In der Diskussion machte Prof. Dr. Dr. Sautermeister deutlich, dass Begriffe wie der einer „verlorenen Corona-Generation“ nicht angebracht sind. Der Begriff würde den unterschiedlichen Erfahrungen - auch den positiven - junger Menschen nicht gerecht. Eine grundsätzliche Perspektive eröffnete Sautermeister mit der Bemerkung: „Es werden Entscheidungen für Gruppen getroffen, die für lange Zeit mit den Folgen dieser Entscheidungen zu leben haben werden.“ In der anschließenden Diskussion spannte sich der Bogen der Diskussionsbeiträge deshalb auch hin zu anderen gesellschaftlichen Debatten einschließlich der Folgen der Klimakrise auf junge Menschen.

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung unter dem Titel „Das Leben von jungen Menschen in der Corona-Pandemie. Erfahrungen, Sorgen, Bedarfe“ kann unter diesem Link abgerufen werden. 

Die Aufzeichnung des Webinars können Sie in unserem YouTube Kanal hier abrufen.  

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